Archive for March, 2006

Wir sind Cupfinal

Thursday, March 16th, 2006

Ich bin inzwischen aus Berlin zurück, werde allerdings nicht gross darüber schreiben; schliesslich gibt’s ja genügend Leute, die das die ganze Zeit über machen (so entsteht dann auch diese ganze so genannte Berlin Literatur, die dann meist irgendwo zwischen Prenzlauer Berg und Hackeschen Höfen spielt und in der dauernd Typen auftreten, die Gonzo oder Lydia heissen, irgendetwas mit Werbung und Kommunikation machen und ein Loft mit Sicht auf die Spree bewohnen). Ich möchte an dieser Stelle nur sagen, dass mir der Flughafen Berlin Tegel gut gefallen hat, der Terminal sieht aus wie eine grosse Bienenwabe und erinnert an die bundesrepublikanische Bescheidenheit der frühen achtziger Jahre, an eine Zeit also, in welcher der Bundeskanzler Helmut Kohl, der damals noch in eine durchschnittliche Liftkabine passte, eine „geistig moralische Wende“ ankündigte. Diese Wende kam nicht, dafür aber die Spendenaffäre und später dann Gerhard Schröder.

Ich fliege mit Air Berlin nach Zürich, irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Chef von Air Berlin seine Stewardessen bloss nach der Schönheit auswählt. Das könnte durchaus stimmen, denn nach rund zwanzig Minuten beugt sich eine äusserst attraktive, wenn auch etwas kühle Blondine zu mir herab und fragt, ob ich ein Sandwich mit Schinken möchte oder lieber eines mit Käse. Ich entscheide mich für letzteres und bestelle zusätzlich zwei Deziliter Rotwein, was dann drei Euro kostet. Der Wein ist scheusslich, beruhigt aber wenigstens mein Herz. Gegen neun Uhr Abend landet das Flugzeug in Zürich Kloten, ich steige aus, gehe durch leere Hallen und fahre mit der so genannten Sky Metro zum Ausgang. Dieser Flughafen ist ein architektonischer Witz, denke ich, eine Art überdimensioniertes Pharaonengrab für die untergegangene Swissair.

Ein paar Tage später sehe ich den Film über Truman Capote, der im senfgelben Mantel näselnd durchs Kansas der Fünfzigerjahre trippelt und dabei immer einen Martini Dry in der Hand hält. Gleichzeitig gewinnt YB auswärts gegen den FC Zürich und steht im Cupfinale, zum ersten Mal seit 1991. Diese Tatsache berührt mich zutiefst, schliesslich bin ich ein Berner. Und wenn YB gegen die verdammten Zürcher gewinnt, hat sich ein Berner schliesslich ganz besonders zu freuen. Das ist dann nämlich die Rache der Provinz an der selbsternannten Metropole.

Zur Feier des Tages trinke ich zwei Feldschlösschen vom Zapf in einer Bar, die Gut Gelaunt heisst und eigentlich gerne hip wäre, leider aber nur bieder ist. Auf der Speisekarte steht dann auch, dass das Lokal nach den Kriterien des Feng Shui eingerichtet worden ist und die Beleuchtung sich der jeweiligen Jahreszeit anpasst. So etwas ist natürlich vollkommen lächerlich, macht aber trotzdem nichts, weil: wir sind Cupfinal!

Death of a statesman

Wednesday, March 15th, 2006

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Former yugolsavian president and notoric balkan - troublemaker Slobodan Milosevic died in prison.

Die Vogelgrippe und das Ende der Spassgesellschaft

Wednesday, March 15th, 2006

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Jetzt muss es nur noch die Typen von Black n’ Blond auf SF DRS erwischen, dann haben wir eine Pandemie.

Lovely Basel

Wednesday, March 15th, 2006

Ich bin letzte Woche nach Berlin gefahren und werde wohl demnächst dort hin ziehen. In der so genannten deutschen Hauptstadt trifft man die ganze Zeit Leute, die offenbar an irgend einem Projekt arbeiten, welches in Zukunft dann „ganz, ganz viel Erfolg verspricht.“ Es versteht sich natürlich von selbst, dass ich da hin muss. Abgesehen davon lebt es sich dort oben ganz schön billig, ein White Russian (Glamourfaktor: hoch!) kostet höchstens vier Euro, ein Döner (okay, wenig Glamour, dafür ziemlich nahrhaft) sogar nur neunundneunzig Cents.

Weil ich ja meine Standards habe und der deutschen Bahn nicht traue, buche ich einen Flug und zwar von Basel aus. Dort lädt mich ein Kumpel namens Dani in die Einfamilienhausvilla seiner Eltern in der Nähe von Rodersdorf ein, tagsüber trinken wir Dosenbier und französischen Rotwein, die Nächte verbringen wir am Rheinknie, wo gerade Fasnacht herrscht. Mit der Fasnacht ist das ja immer so eine Sache, entweder du machst da selber mit, verkleidest dich als bunt geschecktes Federvieh und läufst drei Tage lang mit einer angemalten Tuba herum, oder aber du bleibst aussen vor, frierst dir die Füsse am Strassenrand ab und stellst danach erschüttert fest, dass ein Haufen maskierter Landeier deine Stammkneipe okkupiert und dort auf Kosten des Hauses trinkt.

In Basel läuft das alles ein bisschen anders, eine mehrere hundert Jahre alte Tradition und ein dementsprechend rigides Reglement sorgen dafür, dass sich die Anzahl blecherner Schmetterversionen moderner Gassenhauer à la John Bon Jovi meets Guggenmusig in Grenzen hält. Der erste Tag bleibt den Trommlern und Pfeiffern vorbehalten, die Punkt vier Uhr Morgens loslegen und durch die verdunkelte Stadt ziehen. Das ist sehr schön anzusehen, vor allem weil die jeweiligen Gruppen stets so eine Art überdimensioniertes Weihnachtslicht auf Rädern vor sich herschieben, auf welches sie Karikaturen oder zweizeilige Reime (so genannte Schnitzelbänke) gepinselt haben. Meist wird über die lokale Politik gespottet, hin und wieder auch über die Zürcher, insbesondere über die mässig begabten Angestellten der Fussballsektion von GC, die in der Nordwestschweizer Werbung ja mittlerweile mit leeren Warteck - Bierflaschen in eine Reihe gestellt werden.

Dani ist kein aktiver Fasnächtler, aber das macht überhaupt nichts, denn er kennt ja genügend Leute die dann wiederum andere Leute kennen, die an der Fasnacht Bier ausschenken und daher sind wir dann bald schon so etwas wie VIP und trinken, ohne dafür bezahlen zu müssen. Dazu passt natürlich, dass wir in weibliche Begleitung auftreten, mit zwei sehr charmante Damen aus der Ostschweiz nämlich, denen man sogar den Dialekt nachsieht. Kathi, die blondere der beiden bestellt dann im Verlaufe des Abend ein Kaffee Schnaps und kriegt stattdessen heissen Kirsch mit etwas Nescafe – Pulver drinnen. Ein äusserst phantasievolle Mischung, leider nicht geniessbar, aber das macht nichts, denn zwei von Danis Kumpels trinken das Zeug trotzdem. Danach sind sie sehr betrunken und singen Bob Marley auf Baslerdeutsch. Später fahren wir mit dem gelben Überlandtram nach Hause, zwischen den Stationen Ettigen und Sonnenrain rauche ich eine Zigarette, obwohl das eigentlich verboten währe. Ich halte mich für sehr mutig.

Am nächsten Tag stehen wir spät auf und schauen uns den Fasnachtsumzug auf Tele Basel an. Nachdem die ersten paar Wagen durch sind, unterbricht der Sender die Übertragung jedoch und bringt stattdessen eine Kuppelshow namens SwissDate. Dort sucht eine aargauische KV- Angestellte mit blondem Haar eine „eher feste Beziehung“ und findet sie in der Person eines gelackten Thurgauers, der aussieht, wie ein Nachwuchskokaindealer aus Dietikon. Die beiden kriegen je eine Kuschelrock – CD geschenkt und dürfen noch am selben Abend gemeinsam in eine Landdisko in der Nähe von Baden. Ich bin froh, dass ich nach Berlin fliege. Am Abend fahren wir dann wieder in die Stadt, trinken und kaufen drei Flaschen Weisswein für gerade Mal 33 Franken. Danach sind wir alle leicht betrunken.

Der Nachbrand in meinem Magen weckt mich gegen zehn Uhr Morgens und ich fahre zum Flughafen. Eigentlich mag ich den Basler Flughafen. Die Abflughalle ist gross, hell und meistens ziemlich leer - es ist also nicht sehr schwierig, sich da drinnen ein bisschen wichtig zu fühlen. Zudem gibt es dort keine Zürcher die einem andauernd zu spüren geben, dass man bloss aus der Provinz kommt. Heute aber will das mit dem Exquisiten nicht so richtig klappen. Vielleicht liegt es ja an der Fluggesellschaft, mit der ich unterwegs bin, mit easyJet nämlich. Luca, ein Kumpel von mir (das ist der Typ, der den Bin Ladens Ski – Unterricht gibt und an Paris Hiltons Neujahrsparty dabei war) fliegt nie mit easyJet. Er meint, das orangefarbene Design erinnere ihn an die Verpackungen der Prix – Garantie - Produkte aus dem Coop. Ich finde, dass er grundsätzlich recht hat, aber von Basel nach Berlin fliegt nun mal nichts anderes; die Swiss hat ihre Linie vor einem halben Jahr eingestellt.

In Berlin lande ich auf dem Flughafen Schönefeld, dem ehemaligen Staatsflughafen der Deutschen Demokratischen Republik. Die Berliner Regierung hat sich zwar viel Mühe gegeben, das ehemalige realsozialistische Tor zur Welt auf marktwirtschaftstauglichen Stand zu bringen, aber als ich von dem Flieger zu der barackenähnlichen Ankunftshalle gehe, glaube ich Erich Honecker zu sehen, der dem KPdSU – Chef Gorbatschow einen Bruderkuss auf die Lippen drückt. Honecker sagt: „die Mauer wird noch weitere hundert Jahre stehen“. Gorbatschow antwortet: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Gorbatschow hat natürlich recht und beide verlieren kurz darauf ihre Jobs.

Ich fahre mit der S-Bahn bis zur Bornholmer Strasse und steige aus und gehe den schmutziggrauen Blöcken entlang bis zu dem Haus, wo mein Kumpel Phillippe wohnt. Er umarmt mich zur Begrüssung, wir trinken Berliner Pilsner und schauen die Champions League in einer Premiere Sportsbar um die Ecke. Alle deutschen Mannschaften verlieren. Das ist schade. Dafür gewinnt Basel, zwei Tage später, im UEFA – Cup. Ich mag Berlin. Vielleicht treffe ich ja Mia Aegerter. Irgendwer hat mal gesagt, sie sei ein Star.

Sing along in Agony

Wednesday, March 1st, 2006

Gerry kept it on, singing along during the entire game, but it did not helped at all. At the end of the match, with Scotland being 6-0 down, all he could do was shouting at the giant screen up the wall, where an advertisement for Carling Beer reminded the few remaining supporters in blue tops and kilts of those glory days in the past: Gary Mac Allister’s shaved head or Archie Gemmill scoring twice against Holland in 1978. But those moments graved into the collective mind from Kilmarnock to Wick for eternity proved to be nothing more than a blimp in history. Things are different now. Scotland, once again did not made it. No trip to Portugal for the Bravehearts, no Beer – fed Holiday in the sun for their huge support. And two years later, with the world cup qualifiers over, the situation is almost the same again. There will be no Tartan Army flooding Germany’s city centres, no flags with the Saint Andrews cross waving over the stands and no sing alongs such as: Oh flowers of Scotland, when will we see…? This is sad. But how could it happen?

The downfall of Scottish football probably started a long time ago, but its misery became obvious only at the end of the 1990s. The team that qualified for the Word Cup 1998 was far over the edge and depended on a rigid tactical discipline and the genius of its aging stars Mac Allister and McCoist. Once the heroes retreated shortly after the tournament, the national side did not found the path to success again, lost to minor football powers as Lithuania or Slovenia and doomed in agony. At the same time, the Premiership’s two leading clubs, the Glasgowegian Teams of Celtic and Rangers could not match Europe’s elite any more, despite their budgets, which set them light-years ahead of their national concurrence. The days of Scottish teams winning an European Cup are over, the last success remaining still Aberdeen’s 2-1 win over real Madrid in the 1983 Cup Winners final.

But it is not only about the money. Structures and styles also changed. While other small football nations started a professional scouting system a long time ago and concentrated more and more on improving the technical abilities of their youth, Scotland’s managers still trusted their hard-boiled kickers, which treated the ball rather like an genuine enemy than a source of inspiration and physical creativity. Just go to Pittodrie or Den’s Park or any other Premiership Stadium outside Glasgow and you will see why the Scots fell back to number 65 in the world ranking: rusty men run all over dirty brown fields and celebrate a brutal kick and rush – game that looks more like a First-World war – Artillery clash than modern ball sports. This version of the game may perhaps amplify your physical readiness for Saturday – night – out – pub – fights, but will never push your technique towards world cup level. The results of those archaic habits are obvious: when he was asked about his club’s tradition of signing up Scottish footballers, Arsenal Manager Arsene Wenger went straight to the core of the problem: “We don’t take them any more ‘cause they’re just too bad”, he said.

Scottish FA – officials realised the need for change. Former manager Berti Vogts and his successor Walther Smith renewed the team by lining up young players. But the bhoys around Manchester United’s youngster Darren Fletcher still need lots of time. And with Italy and France in their qualifying group, the Scots must hope for a miracle to reach Euro 2008 finals. Until there, Gerry may sing on and at least hoping for a first step back to glory in tonight’s friendly against Switzerland at Hampden Park.

Legoland

Wednesday, March 1st, 2006

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Was kommt als nächstes? Ein Lego - Technik -Set mit pneumatikbetriebenem Sprengstoffgürtel zum Selberbauen?