Archive for August, 2007

Rollkragen im Weltall

Tuesday, August 28th, 2007

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“Der Weltraum - unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen.“ So fängt es immer an. Weil heute Samstagabend ist und man um acht Uhr eigentlich noch nicht weggehen kann, schaue ich fern und lande dabei unversehens auf der TV-Resterampe von Kabel 1 wo gerade eine Star-Trek - Retrospektive läuft. Will heissen: naive Geschichten, viel Gerede über Beamen und Warp (?) und lauter Leute, die, wenn ihr Raumschiff unter Beschuss steht, komisch mit dem Oberkörper hin- und herwackeln. Die Sechzigerjahre, denke ich, waren – zumindest rückblickend betrachtet - eine tolle Zeit: Autos durften noch wie Autos aussehen anstatt wie überdimensionierte Flusssteine und wer „Zukunft“ sagte, meinte damit Wohlstand und Fortschritt und nicht etwa Klimawandel und Terror. Logisch, dass ein Raumschiff damals gar nicht anders aussehen konnte, als die Enterprise: ein stromlinienförmiger, optimistisch weiß lackiert Designerteller, mit einer Kommandobrücke wie einer Cocktaillounge aus den späten Neunzigerjahren, der durch die unendliche Weiten eines Pappmaché – Weltalls saust. Ein Stück klinische Sauberkeit voll rührenden Pop-Art-Charme aus einer Zeit des naiven Fortschrittsglaubens, ehe dann in der Post- Vietnam – Ära nur noch dreckverschmierte Mülltonnen (Ridley Scott) oder infantile Spielzeugflieger (George Lucas) in die Schwerelosigkeit entlassen wurden.

Julien, der mir ein kühles Bier in die Hand drückt, hält das alles natürlich für Weltraumschrott, aber ich halte dagegen. „Nein“, erwidere ich, „Raumschiff Enterprise ist ein Stück ästhetischer Vollkommenheit. Schau dir nur mal die Uniformen an.“ Tatsächlich tragen die weiblichen Besatzungsmitglieder Stiefeletten und enganliegende Cocktailkleider, während ihre männlichen Kollegen nur im Rollkragenpulli von Bord gehen. So was hat man seit Jahren nicht mehr gesehen und neben den Strampelanzügen und Jean- Paul- Gaultier- trifft- Hare Krischna – Büßergewändern, mit denen die Protagonisten neuerer Science Fiction – Produktionen bedeutungsschwanger durch irgendwelche computergenerierte Endzeit - Fantasialänder stolpern, wirken Kirk und Co wie die letzten Überlebenden des Planète Style. Überhaupt hat die Crew der Enterprise mit den pathetisch daherschwafelnden Hippies des Neo- Star- Wars- Matrix- Universums wenig gemeinsam: Kapitän Kirk ist ein leicht neurotischer Homme à Femmes mit Hang zur Befehlsverweigerung, Spock, seines Zeichens erster Offizier und einziger Nicht-Mensch an Bord, gibt den spitzohrigen, ultrarationalen Schiffs – Homo- Faber, der mit dem Skeptiker und Chefarzt Leonard „Pille“ McCoy stets wegen der großen Zukunftsfragen der Menschheit (rationaler Zukunftsoptimismus versus Zivilisationskritik) über Kreuz liegt. Scotty, der gutmütige Boardmechaniker, verkörpert den Nerd aus der Prä – PC- Ära und Han Solo schließlich, gibt den Quotenasiaten zu einer Zeit, als die Chinesen noch mit dem Rezitieren von Mao – Zitaten beschäftigt waren, anstatt sich mit Elektronikkram auseinander zu setzen.

Aber auch jenseits der kühlen Ästhetik hat die vom ehemaligen Bomberpiloten Gene Roddenberry erfundene Serie Fernsehgeschichte geschrieben. Das Raumschiff Enterprise hatte bereits 1966 mit dem fliegenden Diana-Ross-Verschnitt Lieutnant Uhura eine schwarze Frau als Offizierin an Bord. Mehr noch: unter Kirks Kommando fand auch Amerikas erster Filmkuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen statt - ein für damalige Verhältnisse ungeheuerliches Vorkommnis. Entsprechend waren auch die Reaktionen: die konservativen Südstaatler liefen Sturm, während Martin Luther King die Serie fortan als humanistische Errungenschaft pries. Die gemischtrassische Besatzung der Enterprise stieß aber auch anderswo in unbekannte Welten vor. Mitten im Kalten Krieg tauchte mit dem Navigator Pavel Chekov sogar ein Russe an Bord des Schiffes auf. Seine Berufung in die Crew verdankt er angeblich einer Beschwerde aus der Raumfahrtnation der ersten Stunde: der Sowjetunion. Moskau hatte sich in einem Artikel in der KPdSU – Postille Prawda offenbar darüber echauffiert, dass in der Vielvölkermannschaft der Enterprise kein einziger Slawe vertreten sei. Mit Erfolg: von nun an sorgte der stets patriotische Genosse Chekov („Unsinn, Scotch wurde von einer alten Frau in Leningrad erfunden“) für politisches Tauwetter im Weltall.

Dann ist Schluss. Ich sehe den Star Trek Film nicht bis zu Ende, schalte stattdessen den Fernseher aus und gehe rüber ins Wohnzimmer, wo Julien unseren Gästen Roséwein einschenkt. Während wir ein Lied von Jefferson Airplane hören, denke ich daran, dass der libertäre Geist im All längst passé ist. Die unzähligen Nachfolgeserien zur Enterprise sind im wabernden Esoteriksumpf aus gutturalen Lauten und güldenen Schärpen zur Bedeutungslosigkeit verkommen,  - was vorzüglich in die zunehmend lustfeindlichen Jahre des neuen Jahrtausends passt. Rauchfreie Bars? Zwölf Euro für ein Glas Bier? Was um Himmels Willen soll das alles? Kapitän Kirk hätte sich vermutlich zurückgelehnt, spöttisch gelächelt und etwas Scotch getrunken. „Ich bin sicher, der Mann hat in seinem Raumschiff gekifft“, sage ich auf der Taxifahrt ins Picknick, aber niemand gibt mir eine Antwort. Stunden später tanzen wir zum schnellen Schlag der Musik und ich sage leise, beinahe zu mir selbst: nein, ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen. Jemand hält ein kleines Tütchen in die Höhe und ruft: „Wir sind glücklich“. Ich schließe meine Augen und sehe nur noch tausende kleiner Sterne. Ich weiß was das bedeutet: Berlin, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2007. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Milligramm schweren Besatzung fünf Stunden lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen. Beam me up, Scotty!

Campari Soda

Tuesday, August 21st, 2007

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Es ist Freitag und ich bestelle Campari Soda. Weit unter mir liegt das Wolkenmeer, weiß und flach wie ein Eisfeld, während oben die strahlende Sonne langsam untergeht. Mein Rückflug hat über eine Stunde Verspätung und ich habe die letzte Ausgabe des Vanity Fair bereits in der Bar des Flugplatzes überflogen. Nun sitze ich untätig da und blicke durch ein ovales Fenster nach draussen. Der Himmel wird jetzt gegen oben hin immer dunkler und wenn ich mich ein wenig nach vorne beuge, kann einen der beiden Motoren sehen. Doch die Propellerblätter drehen sich viel zu schnell um für das menschliche Auge sichtbar zu sein und bilden daher nur noch eine Art kreisrunden Wirbel, den ein dünner, silbern glänzender Rand vom Abendhimmel trennt. Hin und wieder gibt es kleine Turbulenzen und dann schwankt das Flugzeug in der Luft.

Es ist Freitag und hinter mir, weit unten, wo sie jetzt die Straßenlaternen einschalten, liegt Süddeutschland. Die Leute dort haben mich angestarrt wie einen Ausserirdischen, als ich vorfuhr, aber der Typ am Friedsrichshafener Flughafen hatte mir auch nicht gerade ein besonders diskretes Fahrzeug zugeteilt. In dem schneeweißen Audi TT kam ich mir vor wie ein Kokaindealer aus Miami – Vice. Auf dem Rückweg hielt ich trotzdem mehrmals an, denn da war diese Kirche, Barock natürlich, Fassaden aus Zuckerguss und Dächer aus Gold, im Hintergrund Rebberge und die blaue Fläche des Sees. Ich mag Kirchen, denn ihre steinernen Mauern versprechen stets eine stabile, glückliche Zukunft. Ob sie ihr Versprechen auch halten, ist eine andere Frage. Wenn ich eines Tages heiraten werde, dann hier, denke ich, während ich schnellen Schrittes über Kies gehe und in den Wagen steige. „Tut mir leid, aber Campari haben wir keinen“, sagt die Stewardess und lächelt kühl. Ich antworte, das mache überhaupt nichts und bestelle stattdessen Gin Tonic. Ich bin volkommen ruhig, denn ich weiß genau, was kommen wird.

Es ist Samstag und ich trinke Gin Tonic, als sich plötzlich ein Mädchen nackt auszieht und in ein aufblasbares Kinderschwimmbecken aus Plastik steigt. Das Mädchen winkt mit den Armen und macht die ganze Zeit uhh- uhh. Etwas Wasser schwappt über den Beckenrand, die Leute treten ein wenig zurück und betrachten die Szene mit einer Mischung aus Befremden und Amüsement. „Das ist Berlin“, sagt Dave zu einer der beiden Französinnen. Die Französinnen schütteln die Köpfe und fangen dann an zu lachen. Offenbar finden sie das alles sehr witzig – was allerdings keineswegs erstaunt. Schließlich darf man Berlin inzwischen getrost als eine Art Vergnügungspark bezeichnen. Da wird einem alles geboten: achtundvierzig Stunden Party am Stück, ein unendliches Stück Musik zu dem du tanzt und die Augen weit aufgerissen, weil der Schnee aus den Anden deine Sinne betäubt. „Ich habe ein richtiges Vergnügungsset gekauft. Da ist alles drin was du brauchst, um die Höhen und Tiefen der Nacht sicher zu überstehen“, sagt Julien, ballt seine faust um ein Säckchen aus durchsichtigem Plastik und geht zu den Dixie – Klos nach hinten.

Dabei ist beinahe immer noch Samstag, kurz nach Mitternacht und der Faden meiner Biographie wird erst viel später reißen. Dann aber dafür richtig. Wir tanzen zum Takt der Musik, ein Dealer will einer der beiden Französinnen Pillen verkaufen und fragt sie, als sie dankend ablehnt, mit rührender Ernsthaftigkeit, in welchen Pornofilmen sie denn mitgespielt habe. „So was ist doch ein Kompliment“, sagt Julien, der sich einem Schneepflug gleich durch die Nacht wühlt und dessen Wahrnehmung dementsprechend getrübt ist. Später, als es schon hell wird, liege ich unter einer Art improvisiertem Zeltdach und klappe Miris kleinen Taschenspiegel zu. Ich will mein Gesicht nicht sehen. Nicht jetzt. Die Leute um mich herum tragen Sonnenbrillen und das Mädchen von vorhin hat sich längst wieder angezogen. Das ist auch gut so, denn wir erwarten weder Sex noch Liebe. Ein paar Stunden Vergnügen reichen völlig aus und wir sind seelisch und körperlich völlig erschöpft. Eigentlich ein trauriger Zustand, aber die Trauer ist ein gefühl und Dinge wie Gefühle sind sehr, sehr weit weg. Ich will den Ort hier verlassen und denke darüber nach, mich irgendwo an die Spree zu setzen und einen Cuba Libre zu trinken. Oder einen White Russian.

Es ist Sonntag und ich betrachte die Eiswürfel in meinem Glas, die träge in der weißen Flüssigkeit schwimmen. Julien fragt, ob ich etwas zum Wachmachen dabei hätte, aber ich schüttle bloß den Kopf. Im Zu mir oder zu Dir legt der DJ sanften Pop auf und die Mädchen kaufen Space – Cakes. „Ich glaube, in unserem Zustand könnte der Typ uns sogar eine ganz normale Gurke verkaufen“, sagt Dave. „Er müsste bloß draufschreiben, dass es sich dabei um Drogen handelt.“ Wir sind wie Pawlowsche Hunde. Das Wochenende liegt im Sterben aber wir wollen das irgendwie nicht wahrhaben, versuchen, den Ritualen mit aller Macht noch einmal Leben einzuhauchen und der immer wiederkehrenden Normalität die golden glänzende Haube des Besonderen aufzusetzen. Manchmal gelingt es uns, manchmal nicht. Heute war ein guter Tag und als ich spätabends aus dem warmen Lichtermeer des Zu Mir oder zu Dir auf die regennasse Strasse trete, versuche ich möglichst nicht an morgen zu denken. Und auch nicht an all die Tage und Wochen danach. Denn ich weiß was kommen wird. Unter mir, so wird es heissen, liegen die Lichter von Berlin, der Kapitän sagt: „Wir erreichen in Kürze den Flughafen Tempelhof“, es ist Freitag und ich glaube ich bestelle noch etwas Campari Soda.

Dog Day Afternoon

Tuesday, August 14th, 2007

Als ich in die Bar 25 komme, habe ich bereits ein paar Stunden in diesem improvisierten Club an der Warschauerstrasse hinter mir. Um da rein zu gelangen, musste man erst durch einen Dönerladen, vorbei an den beschlagenen Auslagen voller Haloumi und Mekanek und schließlich die Treppe runter, die in solchen Läden normalerweise zum Klo führt. Unten ging es erst ins Freie, dann durch etwas Dickicht in Richtung Spreeufer, bis irgendwann lauter wartende Menschen auftauchten. Weil Sascha, der DJ, in der kommenden Woche hier auflegen wird, standen wir auf der Gästeliste und kamen ohne Probleme rein. Das Donnergrollen kam näher und in dem zweistöckigen Bunker schlug mir schließlich der Bass um die Ohren. An Berliner Untergrund-Partys dürfen ein paar Dinge nicht fehlen, denke ich: knisternde Soundanlagen, schwitzende Leute und jede Menge Wasserflaschen. Ein Mädchen, das leider nicht besonders schön war, klammerte sich an meinen Unterarm und fragte mich irgendetwas sinnloses, aber ich hielt den Kopf hoch oben und ging nach draußen um eine Zigarette zu rauchen.

Als ich in die Bar 25 komme, glaube ich, den härtesten Teil bereits hinter mir zu haben, nachdem Julien in Harakiri – Manier ein Taxi angehalten hatte. Er rannte einfach auf die Strasse, mit weitaufgerissenen Augen und pochenden Lungen. Irgend so ein spanisches Mädchen hatte ihn nett gefunden und ihm ein kleines Tütchen mit künstlichem Beschleuniger hingehalten. Er hatte daraufhin seinen nassen Finger reingesteckt und das Zeug nachher abgeleckt. Seither dreht er sich viel schneller als wir und sieht die Welt wie aus einem Intercity Express. Das alles kommt in Wellen über uns und zum Zeichen, dass ich verstanden habe, hebe ich die rechte Hand und tue so, als würde ich einen imaginären Klingelknopf drücken. Immer wieder, ohne Unterbruch, denn der flirrende Bass der Musik drängt mich dazu. Der DJ ist ein Kanonier, der uns mit rasenden Soundpartikeln beschießt und wenn wir uns nicht im Takte seiner Salven bewegen, dann bringt uns der Beschuss ins Grab. Ich weiß um die Gefahr, darum schließe ich meine Augen, sobald uns das Taxi ausgespuckt hat.

Als ich sie wieder aufmache, bin ich immer noch in der Bar 25 und ein Mädchen spricht zu mir, auf Englisch. Ich weiß nicht was sie sagt, denn sie redet furchtbar schnell und auch etwas undeutlich. Als ich sie frage, ob sie Drogen genommen habe, nickt sie kurz und sagt dann: „Eine halbe“. „Willst du mehr?“, frage ich, obwohl ich gar keine Drogen besitze, aber sie schüttelt den Kopf. „We are working“, sagt sie noch. Ich will wissen, was das zu bedeuten hat, aber sie will nicht antworten, legt stattdessen ihren Kopf gegen meine Schulter. „What are you doing?“ Sie sagt erst nichts, sieht sich um, löst sich von mir und meint, sie wäre aus London hergeschickt worden, um nach neuen Trends Ausschau zu halten.  Kurz darauf ist sie verschwunden und ich starre ins braune Wasser der Spree. Neue Trends? Ich sehe bloß Menschen mit Gesichtern aus zerknittertem Papier, die, Sklaven gleich, immer weiter tanzen, - selbst wenn dieses Tanzen im Grunde genommen nichts anderes mehr ist, als ein sterbendes Wanken. Die Überlebenden der Nacht sehen alles andere als glorreich aus. Vielleicht sollte ich irgendwann nach Hause gehen.

Aber ich gehe nicht nach Hause. Ganz im Gegenteil, ich trinke Gin Tonic und rauche eine Zigarette nach der anderen, ganz so, als stünde mir eine glorreiche Nacht bevor. Dabei ist bereits Sonntagnachmittag und der Himmel über Berlin bedeckt. Jane, das Mädchen aus Glasgow erzählt von zu Hause und sagt, dass dort alle Ketamin nehmen würden. Ich weiß nicht, wie Ketamin wirkt und frage sie, ob das gut sei, aber sie sagt, sie selber nehme keine Drogen. „Dabei nehmen alle meine Freunde. Und nicht nur das. Alle nehmen. Vor den Klubs warten die Bullen mit Hunden, so schlimm ist es geworden. Manchmal sterben die Leute auf der Tanzfläche. Aber irgendwie geht es immer weiter und keiner hört auf, sich die Fresse zuzupudern. Bis diese ganze Scheisse irgendwann mal hochgeht.“  Denn irgendwann, findet Jane dann noch, würde irgendetwas Schlimmes passieren. „Irgendetwas schlimmes, damit alle aufhören.“

Als ich die Bar 25 endlich verlassen will, ist zwei Uhr Nachmittags und ein sehr, sehr junger Österreicher fragt mich nach Heroin. Aber ich habe keins und will auch gar keines besitzen. Ich sitze dann in der U-Bahn, zwischen den gleichgültigen Gesichtern der Touristen, den hängenden Blicken der Alkoholiker und denke an gar nichts. Als ich Stunde später aufwache, sagt Julien, dass Phil verschwunden sei. „Einfach so, ohne Spuren zu hinterlassen.“ Als er auch am Montagnachmittag noch nicht aufgetaucht ist, fange ich an, mir Sorgen zu machen, obwohl es eigentlich gar keinen Grund dazu gibt. „ Der ist doch mit einem Mädchen durchgebrannt“, sagt Julien und zündet sich einen Joint an. Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass nichts Schlimmes passiert. Aber vielleicht muss irgendetwas Schlimmes passieren. Irgendetwas schlimmes, damit alle aufhören.