Dies ist kein Vorsatz, sondern ein Wunsch

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Beim Italiener in der Kastanienallee warten wir ungefähr anderthalb Stunden auf unser Essen und PF hat am Ende solchen Hunger, dass er nebst seiner Pizza gleich noch einen ganzen Teller Pasta verdrückt. Aber wer will ihm das schon übel nehmen, schließlich hat der Alkohol in seinem Magen jede Menge verbranntes Ödland hinterlassen. Später wollen wir dann ins Zu mir oder zu dir, aber  weil das Zu mir oder zu dir zu ist, gehen wir ins Dr. Pong. Ich lege meine Beine auf den Glastisch im hinteren Teil des Raumes und warte, bis mir Dave eine Flasche Bier bringt. Der DJ spielt sanften Elektropop und ein blondes Mädchen sieht meine winzigen Augen und lacht und sagt laut: „Silvester, eben.“ Ich nicke und das Mädchen geht weg und ich denke: gut, das ist also jetzt 2008.

Dann kommt Dave mit dem Bier und als ich den ersten Schluck genommen habe, merke ich, dass ich heute besser nicht trinken würde, aber dazu ist es zu spät und überhaupt sind Neujahrsvorsätze eine furchtbar dumme Sache. Was soll sich schon von einem Tag auf den anderen groß ändern, denke ich, mein Alltag ist schließlich eine Art zähflüssige Masse, die sich nur unter schwerstem Aufwand in eine bestimmte Richtung lenken lässt.  Dann fällt mir ein, dass mich gestern inmitten des Lärms irgendwer gefragt hat, was ich mir eigentlich für das neue Jahr wünschen würde. Weil ich im Wünschen aber nicht sehr gut bin und zudem mit jedem Drink einfallsloser werde, habe ich mich um die Antwort gedrückt und stattdessen irgendetwas Blödes gesagt. Gute 12 Stunden später, als all die Touristen langsam nach Hause fahren und ich im Dr. Pong endlich wieder die Beine auf den Glastisch legen kann, weiß ich endlich was ich will: man stelle sich vor, es ist Sommer, unten läuft die 88. Minute und die Schweiz führt gegen Italien 5:1 durch Tore von Frei, Yakin und Barnetta. Noch zwei Zeigerumdrehungen und wir sind Europameister. Das ist kein Vorsatz, sondern ein Wunsch, und zwar ein ziemlich unrealistischer. Aber selbst die naivste Hoffnung stirbt ja bekanntlich erst ganz am Schluss.

pic: www.blick.ch

6 Responses to “Dies ist kein Vorsatz, sondern ein Wunsch”

  1. Claudio Says:

    Obwohl ich deutsch sprechen kann, sage ich es lieber auf englisch . I came here by chance, don’t even remember how and I simply adore you way of writing. very entertaining, funny and critical. It is a pleasure to see talented people doing what they do best. Thanks for the nice views of a Berlin I also adopted as my city, since you were born^^ keep up the good work
    L’chaim!

  2. hurentochter Says:

    schreib

  3. bomec Says:

    bist du ausgewandert? wartest du mit dem schreiben, bis wieder sommer ist? wann gibts mal wieder was zu lesen von deinem berlin?

  4. hurentochter Says:

    die fotze is tot habse aufm pongklo gebeheaded

  5. jasmeen Says:

    hey dani, kennst du mich noch? ich suchte ein foti vom Alex Frei auf dem Net und bin auf ein foti mit dir gelandet!! So ein Zufall! Erinnere dich an Barcelona… Ich wohne jetzt in Zürich seit kurzem ;-)
    cool to read your blog!
    take care & give news!

  6. FridrihLop Says:

    Good article, the advertisment is sold?

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